Redakteur/Quelle: Dietmar Zschäbitz / suedkurier.de
So war das nicht geplant. Villingen wollte mit einem Heimsieg gegen Ludwigsburg einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen, doch heraus kam eine klare 0:3-Heimniederlage, durch die die Villingerinnen zwei Spiele vor Ende der Saison weiter um den Ligaerhalt zittern müssen. Die Konkurrenten aus Konstanz (2:3 in Heidelberg) und Ulm (2:3 in Stuttgart) unterlagen zwar auch, holten jedoch einen Punkt und verkürzten den Rückstand auf Villingen auf fünf Zähler.
Dabei waren die Voraussetzungen beim TV Villingen gut, denn Trainer Sven Johansson hatte seine Bestbesetzung auf dem Feld, darunter auch die lange verletzten Nina Schuhmacher und Martina Sias. Doch es ging wenig bei Villingen. „Ich war unmittelbar nach dem Spiel geschockt. Wir haben teilweise wie das Kaninchen vor der Schlange agiert. Wir haben ohne Euphorie und wie gehemmt gespielt. Unsere Angaben waren ganz schlecht, ohne jegliche Konstanz. Damit war nicht zu rechnen, denn wir hatten eine sehr gute Trainingswoche“, bilanzierte Johansson den Auftritt. Ludwigsburg habe hingegen sehr gut aufgeschlagen und die Villinger Abwehr immer wieder in Bedrängnis gebracht. Auch bei der Blockarbeit hatten die Gäste große Vorteile. „Wir waren mehrfach überfordert und müssen die Partie ausführlich auswerten. So wird es schwer, die Liga zu halten, zumal Ulm noch eine Begegnung mehr auszutragen hat“, fügt Johansson an. Michelle Catarius wurde als wertvollste Villinger Spielerin ausgezeichnet.
Lisa Grünwald, Pauline Kopf, Michelle Cattarius, Patricia Storz, Nina Schuhmacher, Alisa Greguric und Libera Martina Sias fanden zunächst gut ins Spiel (7:4), doch Ludwigsburg konterte (7:9), was Johansson zu einer schnellen Auszeit zwang. Fortan rannte Villingen bis zum 16:16-Ausgleich immer einem Rückstand nach. Die anschließende 18:16-Führung der Gastgeber weckte Hoffnungen, doch Ludwigsburg setzte die Akzente und glich wieder aus. Johansson versuchte mit der zweiten Auszeit (20:23) sein Team nochmals einzustellen und den Lauf der Gäste zu brechen, doch Ludwigsburg nutzte den ersten Satzball zur 1:0-Führung.
Personell unverändert begann Villingen den zweiten Satz mit einer 4:0-Führung, die nun den Gästetrainer zur schnellen Auszeit zwang. Diese Auszeit zeigte Wirkung, denn Ludwigsburg gelangen gleich sechs Punkte in Folge, worauf wiederum Johansson eine Auszeit nehmen musste. Die brachte jedoch nichts ein, denn Ludwigsburg zog davon (6:9/8:14). Greta Kopf kam für Storz aufs Feld, doch Villingen musste die Gäste weiter ziehen lassen (9:18), worauf Johansson wieder mit einer Auszeit versuchte, mehr Struktur ins eigene Spiel zu bekommen. Villingen indes fand nicht ins Spiel und beim 10:20 wuchs die Punktedistanz erstmals in den zweistelligen Bereich. Kurz darauf nutzten die Gäste gleich den ersten von zwölf Satzbällen.
Die Frage war nun: Wir würden die Villingerinnen dieses kleine Debakel verarbeiten? Es zeigte sich sich schnell, dass die Moral nicht gelitten hatte. Villingen startete mit einer 7:3-Führung, aus der Ludwigsburg seinerseits eine 8:7-Führung machte. Diesmal jedoch schlug Villingen zurück, kam aber nicht entscheidend weg. Mehr als einen Punkt Vorsprung ließen die Gäste bis zum 15:14 nicht zu und machten anschließend deutlich, dass sie keinen Satz abgeben wollen. Schnell wuchs der Rückstand von Villingen wieder auf sieben Punkte, mit denen die Gäste schließlich auch diesen Satz für sich entschieden.